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83. Int. Lauberhornrennen 18.-20. Januar 2013
Wengen

Siegerinnen und Sieger

Wussten Sie…

dass es kurz nach dem Krieg in Wengen auch Frauenrennen gab? 1945 und 1946 waren nur Schweizerinnen am Start, und das Rennen begann weiter unten bei der Wengernalpbahn. 1947 waren auch Ausländerinnen dabei, und wir starteten gleich unterhalb des Hundschopfs. Danach führte das Rennen durch eine neu ausgeholzte Schneise zur Bahnunterführung.

Lina Mittner war eine Abfahrtsspezialistin und gewann im 1947 die Lauberhorn-abfahrt. Sie hatte keine Angst, so machte ihr auch der Hanneggschuss nichts aus. Dass der Vorsprung so gross war, lag abber auch an ihren Inglin-Ski, die eine besonders schnelle Lauffläche hatte. Dank ihrem Sieg nach Arnold Glatthard, der Trainer, zuoberst auf die Liste für die Amerikatour, für die je drei Frauen und Männer aufgeboten wurden. Doch Louis Guisan, der Sohn des Generals, der damals Verbandspräsident war, wollte davon nichts wissen. Wer mitkommen wolle, müsse ledig sein. Sie war aber längst verheiratet und war auch schon Mutter.

Lina Mittner, die vor Wengen schon eine bedeutende Abfahrt in Megève gewonnen hatte, war nach Abschluss ihrer Karriere während vieler Jahre Technische Delegierte der FIS und Schiedsrichterin.

Die Frauen hatten damals ihre SDS-Rennen in Grindelwald. Der Schweizerische Damen-Skiclub galt zwar als ein bisschen elitärer Verein, aber er war sehr initiativ. Die treibenden Kräfte waren die Mutter von Marc Hodler und Elsa Roth, die beim Grindelwalder Kurdirektor Werner Grob ein Büro hatten. Es brauchte also eine besondere Gelegenheit, dass sie am Lauberhorn fahren durften. 1947 ging es um die Qualifikation für die zweieinhalb Monate dauernde Amerikareise, für die je drei Männer und Frauen berücksichtigt wurden, 1950 um die Teilnahme an der Weltmeisterschaften in Aspen. Rosmarie Bleuer war zwar im 1947 nicht besonders gut, doch sie schaffte die Qualifikation.

Rosmarie Bleuer gewann den Lauberhornslalom im 1950 mit 5 Sekunden Vorsprung. Zu viel durfte sie sich auf diesen Sieg allerdings nicht einbilden, denn Ausländerinnen waren keine am Start. Die Abfahrt fiel aus, weil die Organisatoren die ziemlich vereiste Strecke den 15 Damen nicht zumuten wollten. Dennoch erhielt sie als Slalomsiegerin jene Lauberhorn-Zinnkanne, die sonst den Siegern in der Kombination vorbehalten war. Sie ist zwar nicht so gross wie jene der Männer, aber immerhin. Besonders viel habe sie nie trainiert, ganz im Gegensatz zu den Wengenern, mit denen oft auch Hedy Schlunegger trainierte. Sie war auch nicht besonders ehrgeizig, vielleicht hätte sie es sonst noch weiter gebracht. Oder sie hätte gemerkt, dass sie bei den Olympischen Spielen in St. Moritz Ski hatte, die überhaupt nicht liefen.